Acht Tausender – Die Trail Variante

Achttausender im Bayerischen Wald. Es muss um 2009 gewesen sein, als ich das erste Mal davon gehört habe. Damals hat das Team von Bayerwald Bike ein Werbevideo in Auftrag gegeben und ich war einer der Statisten, die Gepäckstücke in ein Fahrzeug laden, während eine Sprecherin im Interview sagen sollte: “Wir haben zwar keine Achttausender, dafür aber acht Tausender“. Vielleicht hat die junge Frau den Hintersinn dieses Satzes nicht verstanden, auf jeden Fall hat sie den feinen Unterschied in der Betonung nicht hinbekommen und die Szene wurde mehrfach neu aufgenommen – und wir immer Gepäck rein und Gepäck wieder raus.

So für das Thema sensibilisiert bin ich später auf die „8 Tausender im Bayerwald“ vom bergkini gestoßen und habe sie nachgefahren. Ich fand die Idee interessant, aber die Tour selbst nicht stimmig. Es waren nur sieben Tausender und für meinen Geschmack noch nicht genug Trails.

Im Oktober 2013 unternehmen wir den ersten Versuch mit einer geänderten Routenführung. Wir kommen nur bis Kalteck. Ein Stock hat sich im Trail aufgestellt und Michaels Schaltwerk vom Rahmen entfernt. Nach einer Notreparatur hatte er ein Singlespeed MTB und ist uns auf dem Rückweg an jedem Berg davon gefahren.

Fotos im Trail gibt es nur, wenn es nicht hochkonzentriert bergab geht 😉

Einige Zeit später bringt uns ein weiterer Versuch bis zum Klosterstein. Dort erreichen uns jedoch die Klänge einer Blaskapelle. Immer der Tuba folgend landen wir auf einem Bergfest, es ist heiß und wir gönnen uns eine Erfrischung. Nicht mehr ganz so nüchtern fahren wir schließlich weiter und erreichen ohne Verluste von Mensch und Material maximal platt das Auto.

Noch mehr Trails für die Achttausender

Jetzt, im Juni 2021, habe ich alle passenden Trails, die wir in der Zwischenzeit im Bayerischen Wald neu entdeckt haben, eingebaut und die acht Tausender noch einmal unter die Räder genommen. Wir sind sehr zufrieden. So wie es nun ist, ist es gut.

Pröller 1048 m – Predigtstuhl 1024 m – Hochberg 1026 m – Knogel 1051 m – Hirschenstein 1095 m – Klausenstein 1048 m – Rauher Kulm 1050 m – Klosterstein 1022 m

Neu ist auch der fulminante Abschluss der Tour auf dem ausgeschilderten Trail vom Predigtstuhl hinunter zur Loipe kurz vor Sankt Englmar.

Es gibt allerdings auch zwei Wermutstropfen in der Achttausender Trailtor – zwei Trails, welche so selten befahren werden, dass sie dabei sind, wieder zuzuwachsen. Das zu verhindern ist auch der Hauptgrund, weshalb ich die Tour öffentlich mache.

Der eine Trail beginnt in der Nähe vom Knogel und verläuft parallel zur „Hauptstraße“ bis zum Kälberbuckel. Der Einstieg ist durch irgendwelche Holzarbeiten nur noch zu sehen, wenn man nach ihm sucht. Nach wenigen Metern wird es aber wieder besser, auch wenn der Trail insgesamt schon bessere Tage gesehen hat.
Der zweite Trail kommt, nachdem man vom Klosterstein herunter wieder auf der Forststraße ist. Hier hat sich die Natur schon ein Stück Weg in Form von nachgewachsenen Bäumchen zurückgeholt. Auch wenn es nicht so aussieht, der Track stimmt und man kann die Stelle passieren. Gerne darf hier zum Wohle aller die Gartenschere gezückt werden. Ich finde, es würde sich lohnen.

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